Einer
der Gründe, warum es so wichtig ist, negative Fantasiegebilde
zu erkennen und zu vermeiden, besteht darin, dass viele Bilder
oder Vorstellungen, die man sich macht sehr hartnäckig sind
und so lange im Gedächtnis bleiben, bis sie schließlich
körperliche Zustände und Handlungen nach sich ziehen,
die ihnen entsprechen.
Nach den psychischen Gesetzen, folgt die Energie den Gedanken:
Wenn ich mir intensiv vorstelle, dass ich gesund bin, habe ich gute
Chancen, gesund zu bleiben. Wenn ich mir ständig ausmale, welch
furchtbare Krankheit mich treffen könnte, vergrößere
ich die Wahrscheinlichkeit, daß es passiert
.
In der Werbung werden Slogans benützt um ein Produkt besonders
einzuprägen - dasselbe Prinzip können wir uns zunutze
machen um positive Leitsätze einzuprägen anstatt uns durch
negative Gedanken selbst die Energie zu rauben.
Die
Imagination
hat eine wichtige Aufgabe in der Willensarbeit:
wir können uns vorstellen, wie wir ein Ziel erreichen - wir
können ein Ereignis vorwegnehmen. Wir können willentlich
Bilder evozieren, die uns unterstützen und Kraft geben.
Imagination ist eine Funktion, die in sich selbst in einem gewissen
grad synthetisch ist, d,h. sie kann auf mehreren Ebenen gleichzeitig
arbeiten. Sie beinhaltet verschiedene Arten von Vorstellungen, wie
Visualisierung - das Hervorrufen visueller Bilder - auditive, taktile,
kinästhetische Imagination usw.
Die Imagination ist eine der wichtigsten Funktionen der menschlichen
Psyche - deshalb ist es notwendig sie zu schulen, wenn sie zu diffus
ist.
Die Psychosynthese
ist in besonderem Maß an der Regulierung, Entwicklung und
Anwendung der Imagination interessiert.
Die entscheidenden Dinge spielen sich zwischen Imagination und Willen
ab. In einem Konflikt zwischen Imagination und Willen, gewinnt die
Imagination.
Das grundlegende Gesetz auf diesem Gebiet lautet so:
" Jedes Bild hat in sich selbst eine vorwärtsdrängende
Kraft" oder " Vorstellungen und seelische Bilder tendieren
dazu, die physischen Zustände und die äußeren Handlungen
herbeizurufen, die ihnen entsprechen. "
Nicht nur Psychologen, auch Werbefachleute sind sich der motorischen
Kraft der Bilder bewusst und setzen sie auch dementsprechend ein.
Es scheint höchste Zeit, dass dieses Gesetz für höhere
und konstruktivere Ziele eingesetzt wird und die Psychosynthese
arbeitet viel damit, diese Kräfte aktiv zu nützen anstatt
nur passiv davon berieselt zu werden.
Wir können z. B. ein unerwünschtes Gefühl absichtlich
nicht betrachten, es durch ein anderes Bild ersetzen, wenn es uns
stört. Wir bestimmen, auf welchen Gefühlszustand wir unsere
Aufmerksamkeit richten und welchen wir nicht betrachten wollen.
Dazu ist es wichtig, die Aufmerksamkeit wirklich gezielt lenken
zu können und das ist erlernbar.
Eine Klientin von Piero Ferrucci hat diese Haltung "Regentschaft"
genannt. Sie schreibt über ihre Erfahrung:
"Regentschaft nenne ich die Fähigkeit , mein Leben zu
regulieren, ohne auf die Zähne beißen zu müssen,
ohne ins Schwitzen zu kommen....... ( Ferucci S. 127 )
Die
Aufmerksamkeit ist ein Energieträger und die Fähigkeit
ihn zu lenken ist ebenso wichtig wie Gehen- oder Sprechenlernen.
Wir
können nun mit unserem Willen in diese Richtung arbeiten, dass
wir uns mit dem umgeben, was für uns förderlich ist ;
mit Menschen, die uns guttun, mit Musik, die uns begeistert, mit
Kunst, die unseren Sinn für Schönheit anspricht, mit Büchern
von Menschen, die wir aufbauend finden.
Es gibt die Technik der evokativen Wörter, bei der wir eine
Qualität in uns stärken oder eine Absicht - wir können
ein Wort oder einen Satz, der das ausdrückt, was wir momentan
entwickeln wollen in unseren Wohnbereich hängen, so dass unser
Blick oft darauf stößt und wir immer wieder damit in
Berührung kommen.
In der Psychosynthese arbeiten wir viel mit Symbolen, Symbole und
Bilder, die spontan entstehen und Bilder, die wir bewusst evozieren,
hervorrufen.
Diese Techniken kennen wir auch von östlichen Traditionen,
die Form des Mantra - auch im christlichen: der Rosenkranz, Kirie
eleison - Christe eleison etc.
Der Geist richtet sich aus in der Wiederholung des Mantras und wird
weniger leicht abgelenkt - gleichzeitig ziehen wir die Energie an,
die wir anrufen - das Mantra wirkt verstärkend. Das Gebet wirkt
in ähnlicher Form.
Die Technik der Visualisation wird z.B. auch in der Krebstherapie
eingesetzt. Man hat sehr hohe Wirksamkeit festgestellt.
Auch beim Autogenen Training wird damit gearbeitet.
Bedenken sie die Sätze, die sie sich innerlich immer wieder
vorsagen -- wie viele davon sind negative Mantren? Haben sie einen
positiven Leitsatz?
© Mag.Susanne Guzei, Zentrum Mandala, Neugasse 10, 2230 Gänserndorf,
02282/ 8543
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