Psychosynthese
und Meditation
Ein
Meditationsschüler fragte seinen Meister: "Was ist Meditation?"
Darauf antwortete ihm der Meister: "Wenn du wissen willst, was
Meditation ist, dann meditiere!"
Die Meditation ist eine Methode, um ein Zentrum der Stille in sich
zuschaffen. Von dort aus kann man zu einem losgelösten Beobachter
des Stromes der wechselnden Gefühle, Gedanken und Bedürfnisse
werden. Es ist eine Möglichkeit sich zu desidentifizieren und
einen Ort aufzusuchen, der einen Überblick über die Geschehnisse
bietet - so als würde man von einem Gipfel aus das eigene Leben
betrachten. Wir haben dann kein Brett vor der Nase, sondern wunderbaren
Weitblick und können unsere Straße des Lebens besser
überblicken.
Von diesem inneren Mittelpunkt aus, wirst du beginnen, das Drehbuch
dieser Person, die du bist, zu entziffern und den Roman des Lebens
freizulegen.
Ursprünglich hatte die Meditation spirituellen oder religiösen
Hintergrund - es wenden sich aber in letzter Zeit immer mehr Menschen
der Meditation zu, um Stress zu reduzieren und mit Zwangsvorstellungen
fertig zu werden, um Ruhe zu erlangen und mehr Kraft für den
Alltag zu haben.
Anleitung
zum Üben:
Setzen Sie sich hin.
Machen Sie es sich in aufrechter Haltung bequem.
Fassen Sie den Entschluss, Ihre Emotionen und Probleme für
die Dauer der Meditation zu ignorieren.
Schließen Sie die Augen.
Legen Sie Ihre Urteile, Erwartungen, Vorstellungen darüber,
wie Ihre Meditationserfahrung zu sein hat, ab. Lassen Sie es einfach
geschehen. Legen Sie Ihre ehrgeizige Subpersönlichkeit ab,
die schneller meditieren lernen und spiritueller sein möchte
als Ihre Freunde und Kollegen.
Entspannen Sie Ihre Gesichts- und Kiefermuskulatur. (Bei einigen
Menschen führt das zu einem halben Lächeln, wie man es
auf Buddhastatuen oder Madonnenbildern sieht.)
Regulieren Sie Ihren Atem. Atmen Sie durch beide Nasenlöcher
Achten Sie darauf, wie viel Luft Sie einatmen und wie viel Sie ausatmen.
Lassen Sie Ihren Bauch locker und weit werden, Ihre Brust sich heben,
während Sie einatmen. Halten Sie sich für den Bruchteil
einer Sekunde unbewegt, bevor Sie wieder ausatmen. Lassen Sie Ihren
Atem sanft und geräuschlos fließen. Wenn Sie das Gefühl
haben, Ihre Atmung geht gleichmäßig, beginnen Sie mit
Ihrer Meditation.
Aus dem Buch „Therapie in
eigener Verantwortung“ von Janette Rainwater