"Wir
sind nicht einheitlich; wir geben uns zwar oft dieser Illusion
hin, weil wir nicht mehrere Körper oder viele Gliedmaßen haben,
und weil eine Hand normalerweise nicht die andere schlägt. Aber
genau das spielt sich bildlich gesprochen in uns ab. Verschiedene
Teilpersönlichkeiten raufen ununterbrochen miteinander: Impulse,
Wünsche, Grundsätze, Sehnsüchte und Ideale liegen in nicht endendem
Kampf miteinander." R.Assagoli 1967Teilpersönlichkeiten sind autonome
Strukturen innerhalb der Gesamtpersönlichkeit, die als eine Vielzahl
von psychischen Identitäten innerhalb einer Person nebeneinander
existieren. z.B. Rebell, Angsthase, angepasstes Kind, Mystiker/in,
Pragmatiker/in, Moralapostel, Terrorist/in, Ordnungshüter/in,
König/in, Saboteur/in, Träumer/in, Helferlein, Besserwisser/in,
Topdog, Underdog, etc.
Sie haben jede ihr spezielles Verhaltensmuster und individuelle
Besonderheiten, ihre eigene emotionale Qualität und besitzen eine
eigene Geisteshaltung, die einhergeht mit Überzeugungen, Redensarten,
Gewohnheiten, Einstellungen und einer bestimmten Weltsicht, oft
auch mit einer charakteristischen Körperhaltung.
Teilpersönlichkeiten kristallisieren sich bereits in der frühen
Kindheit durch ständiges Wiederholen angelernter Reaktionen des
Kindes auf Einflüsse und Ereignisse in der Umwelt und auf das
Verhalten der Bezugspersonen. Diese frühen Teilpersönlichkeiten
sind unter Umständen überlebensnotwendig, als Schutz der sich
bildenden Persönlichkeit und entwickeln sich aus der Notwendigkeit
heraus, sich einem Umfeld anzupassen.Ebenso wie sich Teilpersönlichkeiten
im Laufe des Lebens durch ständige Wiederholung immer mehr verfestigen,
können sie auch wieder abgebaut und verwandelt werden.
Der Prozess, der mit der Arbeit an den Teilpersönlichkeiten einhergeht,
lässt sich vergleichen mit einem Stimmengewirr, aus dem sich allmählich
ein Chor zusammenfindet, unter der Leitung eines/r Dirigent/in
vereinigen sich die einzelnen Stimmen zu einem einzigen Musikstück.
Ziel
der Arbeit mit den Teilpersönlichkeiten
- Wachstumsprozess
durch Nachreifen fehlentwickelter Anteile
- Beenden
des inneren Krieges, Erreichen meiner möglichst vollständigen
Persönlichkeit
- Ermächtigung
des Individuums, Verantwortung zu übernehmen, für die angenehmen
sowie für die unangenehmen Teile der eigenen Persönlichkeit
- Zurückfinden
zur Einheit unseres Seins durch das Erleben und die Stärkung
der inneren Mitte.
- Freiheit
der Wahl. Aus unserer Mitte können wir wählen, in welche TP
wir treten wollen, aus welcher TP wir in einer bestimmten Situation
agieren wollen.
- Neuausrichtung
der persönlichen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft