Die Wirkungsweise der Bildarbeit
Die Kraft der „Ein-Bildung“ ist der Grund unseres Daseins.

Was auch immer wir in unserem Leben zustande bringen, ein Omelett, ein multinationales Unternehmen oder eine Romanze, zunächst ist es nur ein Bild in unserer Vorstellung.
Tief verwurzelte Symbole, die uns nicht unbedingt bewußt sind, formen unsere Gedanken, Gefühle, Haltungen und Handlungen.
Es ist durchaus möglich, daß wir unser Leben führen, ohne jemals diese inneren Bilder oder Programme zu ergründen. Aber dann bleiben uns nur sehr wenige Möglichkeiten der Auswahl, wer wir sind und wohin wir gehen.

Bildarbeit ist im weitesten Sinn eine Methode, die Visionen, die unser Leben leiten, zu erschließen, zu erkunden und zu ändern.
Sie ermöglicht uns, unsere persönliche Vision zu entwickeln.
Bildarbeit zielt darauf ab, daß Sie sich eine „maßgeschneiderte" Existenz verschaffen - ein Leben, das Ihnen wie angegossen paßt und zwar so, wie Sie sind und nicht, wie Sie meinen sein zu müssen.

Wozu brauchen wir Bilder?   Warum genügen nicht Worte?
Worte sind wie Bilder ganz natürliche, jedoch sehr unterschiedliche Denkweisen. Bilder sprechen unsere rechte Gehirnhälfte an, während Worte der linken Gehirnhälfte zuzuordnen sind.
Während die Wörtersprache in der Schule betont und gefördert wird, erfährt die Sprache der Bilder ein Schattendasein, die in der herkömmlichen Erziehung vernachlässigt wird.
Es ist wichtig, daß wir lernen, uns für innere Bilder zu öffnen und Bilder zu kreieren, die uns im Leben unterstützen können.

Einige Beispiele, wie ich tagtäglich Bilder gebrauche, um meinem Leben Sinn und Erfüllung zu geben:

Wenn ich.....

..... nach einem langen Tag wieder neue Energie brauche:
Ich schalte für ein paar Augenblicke ab und stelle mir vor, auf einer tropischen Insel zu sein - ein erfrischendes Bad im Meer zu nehmen - in eine geheimnisvolle Dimension aufzubrechen - oder dass ein Lichtstrahl durch mich hindurch und um mich herum fließt. Wenn ich dann zu meiner Arbeit zurückkehre, fühle ich mich erfrischt und entspannt.

.... ordentlicher, ruhiger oder dünner werden möchte:
Ich probiere dieses "neue Ich" zuerst in meiner Vorstellung aus, indem ich mir ein Bild davon mache, wie ich nach dieser Veränderung sein werde. Ich stelle mir z.B. vor, wie ein Tag mit mir als überaus ordentlicher Person ablaufen würde. Sobald ich mich mit diesem neuen Bild von mir wohl fühle und im voraus Schwierigkeiten ausgeräumt habe, werde ich entdecken, wie ich diesem Bild allmählich ganz natürlich in der Wirklichkeit entspreche, wie ich dieser neue ordentliche Mensch werde.

..... ein Problem nicht lösen kann:
Ich schaffe mir in der Vorstellung ein Bild zum Problem und betrachte es dann aus unterschiedlichen Perspektiven. Das Bild selbst hilft mir,das Problem in seinem Wesen zu verstehen und wenn ich es aus mehreren Perspektiven betrachte, wird die Lösung nach und nach deutlicher.
Eine andere Methode besteht darin, meinen inneren "Experten" zu konsultieren, der oft an Lösungen kommt, die "mir" nicht einfallen würden.

...... ganz durcheinander bin und nicht weiß, was mit mir los ist oder was ich tun soll:
Ich lasse ein Bild in mir entstehen - ein Schiff im Sturm oder einen Baum ohne Wasser z.B. - das immer eine perfekte Metapher für meine Situation abgibt und mir hilft, zu sehen was ich tun muß.
Oder ich spreche das Kind in mir an, ein Bild von mir, auf dem ich noch klein bin - und finde auf diese Weise heraus, an welche frühere Situation mich das alles erinnert und wie ich damit mehr "erwachsen" umgehen kann.
Oder ich kann den Standpunkt eines Beobachters einnehmen und mich von außen betrachten, um das zu sehen oder zu spüren, was mir von innen her nicht klar ist.

..... einen komplizierten oder schweren Tag oder ein wichtiges Ereignis vor mir habe:
Ich versetze mich in den Nachmittag oder Abend, indem ich mir vorstelle, dass der Tag, das Gespräch oder der Vortrag vorbei ist und ich fühle mich wunderbar. Ich komme drauf, worin das gute Gefühl besteht und wie es zustandekam und auf diese Weise werden mir meine wahren Prioritäten klar und wie ich ihnen am besten gerecht werde. Mit dieser Methode macht man sich eine alte Weisheit zunutze, dass man immer hinterher schlauer ist.... - aber diesmal vorher. Ich schaue zurück und entdecke, dass mir ein Gespräch gelang, weil ich die Begegnung genoss, stett einen guten Eindruck machen zu wollen. Dann kann ich in ein Gespräch einsteigen mit dem festen Vorsatz, eine Beziehung herzustellen. Selbst wenn nicht alles planmäßig verläuft, bin ich mir meiner innersten Absicht bewusst und habe das Gefühl, dass ich es überstehen und etwas dabei lernen werde.

......ein Beziehungsproblem habe und damit nicht klarkomme:
Ich stelle mir mein Gegenüber vor, sage ihm oder ihr, wie ich mich fühle, und dann tausche ich die Rollen, ich versuche, den Standpunkt des anderen einzunehmen, und setze das Gespräch so lange fort, bis etwas in mir gelöst ist. Auf diese Weise kann ich ganz natürlich alle möglichen Gefühle ausdrücken und sie zugleich loswerden – Verletztheit, Zorn, Verlustangst oder Groll – die mein Leben vergiften oder mich davon abhalten, anderen Menschen zu vertrauen......

Aus dem Buch von Dina Glouberman „ Der Hund, die Möhre, der Samowar und das Fischerboot“
Die Heilkraft der inneren Bilder     Piper Verlag

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